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Schimmel im Keller: Ursachen erkennen und beseitigen

Schimmel im Keller entsteht, wenn die Luft an der Wandoberfläche über 80 Prozent relative Feuchte erreicht, so der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Im Keller passiert das meist im Sommer, wenn warme Außenluft an kalten Wänden kondensiert, seltener durch Wasser aus dem Mauerwerk. Bis 0,5 Quadratmeter Befall dürfen Sie selbst reinigen, darüber gehört die Sanierung in Fachhände.

Warum Schimmel im Keller entsteht

Schimmel im Keller entsteht, weil die Kellerwand die kälteste Fläche des Hauses ist und feuchte Luft dort ihr Wasser abgibt. Der Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, den das Umweltbundesamt 2017 herausgegeben und 2024 aktualisiert hat, nennt als Wachstumsbedingung eine relative Luftfeuchte von über 80 Prozent an der Oberfläche. Die Luft im Raum kann dabei deutlich trockener sein. Entscheidend ist die Feuchte in der dünnen Luftschicht direkt an der Wand, und die hängt von der Wandtemperatur ab.

Woher die Feuchte kommt, entscheidet über die Abhilfe. Im Keller gibt es drei Wege. Erstens die Sommerkondensation: Warme Außenluft trägt viel Wasserdampf, kühlt an der Kellerwand ab und lagert das Wasser dort ab; der Leitfaden warnt vor genau diesem Vorgang in Kellerräumen. Zweitens die Nutzung: Ein Vier-Personen-Haushalt gibt nach der Verbraucherzentrale Niedersachsen täglich rund 12 Liter Wasser als Dampf ab, und Wäsche im Keller oder eine offene Kellertür bringen einen Teil davon nach unten. Drittens das Mauerwerk selbst: Aufsteigende Feuchte, seitliche Bodenfeuchte oder drückendes Wasser halten die Wand von innen nass, und dann hilft kein Lüften.

Drei Feuchtequellen für Schimmel im Keller, ihre Kennzeichen und die Abhilfe. Quellen: Umweltbundesamt, Schimmelleitfaden 2024; Verbraucherzentrale Niedersachsen (6. Juli 2026); WTA-Merkblatt 4-6 (12.2024).
FeuchtequelleKennzeichenJahreszeitAbhilfe
Sommerkondensation an kalter WandSchimmel oben an der Wand, in Ecken, hinter Möbeln; Putz darunter fest; Beschlag auf kalten FlächenSommer, schwüle TageLüften nur bei trockener Außenluft, Wandtemperatur anheben, Möbel abrücken
Feuchte aus der NutzungWäsche, Aquarium, Kellertür zum warmen Haus offen; Hygrometer zeigt dauerhaft über 60 ProzentGanzjährigQuelle entfernen, Stoßlüften nach Nutzung, Tür schließen
Wasser aus dem MauerwerkSchimmel auf mürbem, salzigem oder sandendem Putz, Feuchteband am Wandfuß oder flächig nasse WandGanzjährig, nach Regen stärkerUrsache messen, Abdichtung oder Horizontalsperre, danach Sanierputz, erst dann Schimmelsanierung

Wie groß der Befall ist und wer ihn beseitigen darf

Wer den Schimmel beseitigen darf, hängt von der Fläche ab. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes unterscheidet drei Befallsgrößen: unter 20 Quadratzentimetern, bis 0,5 Quadratmeter und über 0,5 Quadratmeter je Raumbereich. Die Verbraucherzentralen Niedersachsen und Hamburg übersetzen das in eine Regel: Flächen bis zu einem halben Quadratmeter können Sie selbst behandeln, größere Flächen sollte ein Fachbetrieb sanieren. Ein halber Quadratmeter ist etwa ein Feld von 70 mal 70 Zentimetern.

Für die eigene Reinigung nennt die Verbraucherzentrale Hamburg 70- bis 80-prozentigen Alkohol aus der Apotheke, der die Schimmelpilzkeime abtötet. Tragen Sie dabei Handschuhe und eine Atemschutzmaske, lüften Sie während der Arbeit und entsorgen Sie Lappen und Schwämme danach im Hausmüll. Befallene Tapeten, Gipskartonplatten oder Holzverkleidungen lassen sich nicht reinigen; sie kommen heraus.

Relative Feuchte an der Wandoberfläche, ab der Schimmel wächst
über 80 Prozent
Umweltbundesamt, Schimmelleitfaden, Ausgabe 2024, Stand 1. April 2024
Befallsfläche, bis zu der Sie selbst reinigen können
bis 0,5 Quadratmeter
Verbraucherzentrale Hamburg, Schimmel in der Wohnung, Stand 28. November 2025
Raumtemperatur, unter die genutzte Räume nicht fallen sollen
16 Grad Celsius
Verbraucherzentrale Niedersachsen, Schimmel in der Wohnung, Stand 6. Juli 2026

Ab einem halben Quadratmeter oder bei Befall hinter Verkleidungen, in Dämmschichten und in Estrichen kommt der Fachbetrieb. Für die Ziele und die Kontrolle solcher Sanierungen gibt es das WTA-Merkblatt 4-12, auf das das Merkblatt 4-6 der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege verweist. Ein Fachbetrieb, der danach arbeitet, grenzt den Arbeitsbereich ab, hält den Staub mit Unterdruck und Filtern zurück und misst nach der Sanierung nach. Ein Betrieb, der mit einem Sprühmittel und einer Rechnung wiederkommt, arbeitet nicht danach.

Wie Sie die Ursache eingrenzen, bevor Sie beauftragen

Die Ursache grenzen Sie mit dem Ort des Befalls, dem Zustand des Putzes und zwei Messwerten ein. Sitzt der Schimmel oben an der Wand, in Ecken und hinter Schränken und ist der Putz darunter fest, kommt die Feuchte aus der Luft. Sitzt er auf mürbem, sandendem Putz mit weißen Salzrändern oder über einem Feuchteband am Wandfuß, kommt sie aus dem Mauerwerk. Die DEKRA rät, betroffene Bereiche mit Feuchtemessgeräten einzugrenzen, die Luftfeuchte mit einem Hygrometer zu prüfen und 50 bis 60 Prozent anzustreben.

Luft oder Mauerwerk: woher die Feuchte kommt

Sitzt der Schimmel oben an der Wand, in Raumecken oder hinter Möbeln, und ist der Putz darunter fest?

Ja

Ist der Befall im Sommer am stärksten oder gibt es im Keller eine Feuchtequelle wie Wäsche, Aquarium oder eine offene Tür zum warmen Haus?

Ja

Tauwasser aus der Luft. Reinigen, dann Lüften nach Taupunkt, Wandtemperatur anheben, Quelle entfernen. Keine Abdichtung nötig.

Nein

Wärmebrücke oder zu kalte Wand. Wandtemperatur messen; bei beheiztem Keller Dämmung prüfen. Ohne Abhilfe kehrt der Befall an derselben Stelle zurück.

Nein

Steht der Schimmel auf sandendem, salzigem Putz, über einem Feuchteband am Wandfuß oder auf einer flächig nassen Wand?

Ja

Wasser aus dem Mauerwerk. Sachverständigen mit Bohrkernen beauftragen, Abdichtung oder Horizontalsperre nach WTA 4-6, Sanierputz, erst dann Schimmelsanierung.

Nein

Ein einzelner nasser Fleck ohne Wetterbezug spricht für eine Leitung. Wasserzähler bei geschlossenen Hähnen beobachten, Leckortung, reparieren, trocknen.

Der zweite Messwert ist die Wandtemperatur, gemessen mit einem Infrarotthermometer. Nach dem Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes ist der Taupunkt die Temperatur, auf die Luft bei gleichem Druck abgekühlt werden muss, bis sie gesättigt ist; bei weiterer Abkühlung tritt Kondensation ein. Liegt die Wand unter dem Taupunkt der Raumluft, schlägt sich dort Wasser nieder, egal wie trocken das Mauerwerk ist. Das Zement-Merkblatt H 10 zum wasserundurchlässigen Beton sagt es für dichte Betonkeller ausdrücklich: Die Bildung von Tauwasser hängt vom Raumklima und der Oberflächentemperatur ab und hat nichts mit der Dichtigkeit des Baustoffs zu tun.

Wie Sie Schimmel im Keller dauerhaft verhindern

Schimmel aus Tauwasser verhindern Sie, indem Sie die Wand über den Taupunkt bringen oder die Luft unter ihn. Beides geht ohne Baumaßnahme, verlangt aber Gewohnheiten, die im Keller anders sind als im Wohnraum. Die wichtigste: Im Sommer bleibt das Kellerfenster tagsüber zu.

  1. Messen Sie mit zwei Hygrometern, eines im Keller, eines draußen im Schatten. Lüften Sie nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Kellerluft; so formuliert es die Verbraucherzentrale Niedersachsen für Keller und Souterrain.
  2. Lüften Sie im Sommer nachts oder am frühen Morgen, im Winter tagsüber. Stoßlüften mit ganz geöffnetem Fenster, nach der Verbraucherzentrale Niedersachsen im Winter fünf bis zehn Minuten, im Sommer 15 bis 30 Minuten; die DEKRA rät zu intensivem Stoßlüften an trockenen, kalten Wintertagen.
  3. Halten Sie genutzte Kellerräume nicht kälter als 16 Grad und streben Sie 50 bis 60 Prozent relative Feuchte an. Ein kalter Raum erreicht an der Wand früher 80 Prozent.
  4. Rücken Sie Schränke und Regale mindestens eine Handbreit von Außenwänden ab, damit die Luft dahinter zirkuliert und die Wand nicht kälter bleibt als der Raum.
  5. Trocknen Sie keine Wäsche im Keller, halten Sie die Tür zum beheizten Haus geschlossen und stellen Sie kein Aquarium und keinen offenen Wasserbehälter dorthin.
  6. Bei einem beheizten Keller: Perimeterdämmung außen, wenn die Wand ohnehin freigelegt wird. Das Zement-Merkblatt H 10 nennt sie als Maßnahme gegen Tauwasser an der Innenseite, und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz, GEG) verlangt sie nach § 36 mit Anlage 7 meist ohnehin, wenn Feuchtigkeitssperren an Wänden beheizter Räume erneuert werden.

Was bei Wasser aus dem Mauerwerk zu tun ist

Kommt die Feuchte aus dem Mauerwerk, steht die Schimmelsanierung am Ende einer Kette, nicht am Anfang. Das WTA-Merkblatt 4-6 verlangt vor jeder nachträglichen Abdichtung eine Voruntersuchung, die Ursache und Ausmaß der Feuchte klärt und Tauwasser als Ursache ausschließt. Erst danach folgen Abdichtung oder Horizontalsperre, danach der Sanierputz, der die Salze aufnimmt, und erst auf der trockenen Wand die Beseitigung des Schimmels.

Schimmel auf nassem Mauerwerk: die Reihenfolge, die hält
  1. Befall sichern (Sie)

    Fotos, Fläche messen, Raum nicht mehr zum Aufenthalt nutzen, Textilien und Papier heraus. Bei über 0,5 Quadratmetern keinen Eigenversuch.

  2. Ursache messen (Sachverständiger)

    Bohrkerne, Wassergehalt nach WTA-Merkblatt 4-11, Salzanalyse, Wandtemperatur gegen Taupunkt. Ergebnis: Luft oder Mauerwerk, und wenn Mauerwerk, welche der fünf Ursachen.

  3. Wasser abstellen (Fachbetrieb für Bautenschutz)

    Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte, Außen- oder Innenabdichtung gegen seitliches oder drückendes Wasser, Reparatur bei Leckage. Auswahl nach WTA 4-6.

  4. Trocknen und verputzen (Fachbetrieb)

    Technische Trocknung bis zur Ausgleichsfeuchte, salzbelasteten Altputz mindestens 80 Zentimeter über der Schadenszone abschlagen, Sanierputzsystem nach WTA 2-9 auftragen.

  5. Schimmel sanieren (Fachbetrieb für Schimmelsanierung)

    Abgrenzung des Bereichs, Entfernen befallener Stoffe, Reinigung, Nachmessung nach WTA-Merkblatt 4-12. Erst jetzt lohnt der Anstrich.

  6. Kontrollieren (Sie)

    Hygrometer im Raum lassen, Wand nach dem nächsten Sommer und nach dem nächsten Winter prüfen. Wiederkehrender Befall an derselben Stelle heißt: Ursache nicht getroffen.

Ein Sonderfall ist der Echte Hausschwamm, der kein Schimmel ist, sondern ein holzzerstörender Pilz. Das Umweltbundesamt beschreibt ihn mit rot-bräunlichem, fleischig-dickem Fruchtkörper, weißem Zuwachsrand und rostbraunem Sporenpulver. Er wächst ab etwa 25 Prozent Holzfeuchte, durchwächst Mauerwerk und Putz und überdauert Trockenzeiten bis zu zehn Jahre. Sein Befall ist in einigen Bundesländern meldepflichtig, und die Sanierung nach DIN 68800-4 verlangt einen Sicherheitsabstand von einem Meter um befallenes Holz. Wer im Keller weiße, watteartige Stränge auf Holz oder Mauerwerk findet, ruft keinen Schimmelsanierer, sondern einen Sachverständigen für Holzschutz.

Was Mieter und Vermieter bei Schimmel im Keller beachten

Mieter melden Schimmel im Keller dem Vermieter schriftlich als Mangel und setzen eine Frist zur Beseitigung. So beschreibt es die Verbraucherzentrale Niedersachsen, und die Verbraucherzentrale Hamburg ergänzt: Erst nach der Mängelanzeige entsteht, wenn sie berechtigt ist, ein Mietminderungsrecht. Wer mindert, bevor er angezeigt hat, riskiert den Vorwurf des Zahlungsverzugs.

  • Die Anzeige nennt Raum, Fläche, Datum der Entdeckung und legt Fotos bei. Sie geht per Einschreiben oder gegen Empfangsbestätigung an den Vermieter.
  • Mieter dokumentieren ihr eigenes Verhalten: Hygrometerwerte, Lüftungszeiten, Temperatur. Damit ist die Frage, ob die Ursache im Gebäude oder in der Nutzung liegt, später beantwortbar.
  • Vermieter lassen die Ursache von einem Sachverständigen klären, bevor sie sanieren. Ein Gutachten, das zwischen Tauwasser und Mauerwerksfeuchte unterscheidet, spart den Streit über die Schuld.
  • Beide Seiten halten sich an die Größenregel: Bis 0,5 Quadratmeter Oberflächenbefall ist Reinigung möglich, darüber sanieren Fachbetriebe.
  • Bei Streit über die Höhe der Minderung helfen Mietervereine und die Verbraucherzentralen; die Höhe hängt vom Einzelfall ab, und keine der gelesenen Quellen nennt einen festen Prozentsatz.

Häufige Fragen

Ist Schimmel im Keller gefährlich, wenn ich dort nicht wohne?

Schimmel im Keller ist auch dann ein Problem, wenn dort niemand wohnt, weil Sporen über Treppe und Lüftung in die Wohnräume gelangen und weil der Befall die Bausubstanz angreift. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes verlangt die Beseitigung der Ursache und die Sanierung des Befalls unabhängig von der Nutzung. Ab 0,5 Quadratmetern Fläche soll nach den Verbraucherzentralen ein Fachbetrieb sanieren.

Kann ich Schimmel im Keller selbst entfernen?

Schimmel im Keller können Sie selbst entfernen, wenn die befallene Fläche höchstens einen halben Quadratmeter groß ist und auf einer festen Oberfläche sitzt. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt dafür 70- bis 80-prozentigen Alkohol aus der Apotheke. Größere Flächen, Befall hinter Verkleidungen und Befall auf nassem Mauerwerk gehören nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes in die Hände eines Fachbetriebs.

Warum schimmelt der Keller ausgerechnet im Sommer?

Der Keller schimmelt im Sommer, weil warme Außenluft viel Wasserdampf trägt und ihn an der kalten Kellerwand abgibt, sobald die Wandtemperatur unter dem Taupunkt liegt. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes nennt diese Sommerkondensation in Kellerräumen ausdrücklich. Wer im Sommer tagsüber lüftet, holt die Feuchte herein; die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, Keller nur zu lüften, wenn die Außenluft trockener ist als die Innenluft.

Muss der Vermieter Schimmel im Keller beseitigen?

Der Vermieter muss Schimmel im Keller beseitigen, wenn die Ursache im Gebäude liegt, etwa in feuchtem Mauerwerk oder einer Wärmebrücke. Der Mieter meldet den Mangel nach der Verbraucherzentrale Niedersachsen schriftlich mit Frist; ein Mietminderungsrecht entsteht nach der Verbraucherzentrale Hamburg erst nach dieser Anzeige. Liegt die Ursache im Lüften und Heizen des Mieters, kehrt sich die Verantwortung um, deshalb lohnt ein Gutachten für beide Seiten.

Was ist der Unterschied zwischen Schimmel und Hausschwamm?

Schimmel ist ein Oberflächenpilz, der ab 80 Prozent Feuchte an der Wand wächst und sich reinigen oder mit dem Untergrund entfernen lässt. Der Echte Hausschwamm ist nach dem Umweltbundesamt ein holzzerstörender Pilz mit rot-bräunlichem Fruchtkörper und weißem Zuwachsrand, der ab etwa 25 Prozent Holzfeuchte wächst und Mauerwerk durchwächst. Sein Befall ist in einigen Bundesländern meldepflichtig und wird nach DIN 68800-4 saniert.

Hilft eine Dämmung gegen Schimmel im Keller?

Eine Dämmung hilft gegen Schimmel im Keller, wenn sie die Wandoberfläche wärmer macht und außen sitzt. Das Zement-Merkblatt H 10 nennt die Perimeterdämmung außen als Maßnahme gegen Tauwasser an der Innenseite. Eine Innendämmung macht die Wand dahinter kälter und ist nach WTA-Merkblatt 4-6 nur mit dem Feuchtenachweis der Merkblätter 6-4 und 6-5 zulässig. Gegen Wasser aus dem Mauerwerk hilft keine Dämmung, sondern nur die Abdichtung.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Sanierputz: Sanierputz nach WTA-Richtlinie ist ein poriger, wasserabweisender Putz für feuchtes und salzbelastetes Mauerwerk. Er verhindert nicht das Eindringen von Feuchtigkeit, sondern lässt sie im hohen Porenvolumen des Putzes verdunsten, bevor sie die Oberfläche erreicht. Gelöste Salze kristallisieren dabei geschützt im Putz aus, statt die Oberfläche zu sprengen oder als Ausblühung sichtbar zu werden.
  • Bodenfeuchte: Bodenfeuchte ist die Feuchtigkeit im Erdreich, die ohne aufgestauten Wasserdruck an ein Bauteil herantritt, etwa durch Kapillarwirkung im umgebenden Boden. DIN 18533 führt sie zusammen mit nicht drückendem Wasser als Wasserbeanspruchungsklasse W1-E, die niedrigste der vier Klassen. Für sie genügen dünnere Abdichtungen wie mineralische Dichtungsschlämme, während drückendes Wasser eine durchgehende Hülle verlangt.
  • Perimeterdämmung: Perimeterdämmung ist die Wärmedämmung erdberührter Bauteile von außen, meist der Kelleraußenwand oder der Bodenplatte. Anders als eine Innendämmung nimmt sie im Keller keinen Platz weg und verschiebt den Taupunkt aus der Wand heraus, was das Schimmelrisiko senkt. Verwendet werden vor allem druckfeste, wasserunempfindliche Dämmstoffe wie extrudiertes Polystyrol, kurz XPS.
  • Hausschwamm: Der Echte Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz und gilt als der gefährlichste Gebäudezerstörer in Mitteleuropa. Er braucht eine Holzfeuchte von 35 bis 60 Prozent und Temperaturen von 18 bis 22 Grad, wächst aber schon ab etwa 25 Prozent Holzfeuchte. Sein Geflecht kann Wasser über größere Strecken transportieren und dadurch selbst trockenere Bauteile befallen.
  • Bautrocknung: Bautrocknung entzieht durchfeuchteten Bauteilen nach einem Wasserschaden gezielt die Feuchtigkeit, etwa mit Kondens- oder Adsorptionstrocknern für Räume und Infrarot-Heizplatten für Wände. Bei stärker verunreinigtem oder länger zurückliegendem Schaden ist ein Unterdruckverfahren vorgeschrieben. Je nach betroffenem Bauteil unterscheidet man Raumtrocknung, Dämmschichttrocknung und Estrichtrocknung.
  • Schimmelsanierung: Schimmelsanierung entfernt Schimmelbefall fachgerecht und beseitigt zugleich seine bauliche oder klimatische Ursache, meist dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit an kalten Bauteiloberflächen. Ohne Ursachenbeseitigung kehrt der Befall nach einer reinen Oberflächenreinigung zuverlässig zurück. Bei größeren Flächen oder wiederkehrendem Befall empfehlen Verbraucherzentralen die Einschaltung eines Bausachverständigen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, Ausgabe 2024, Umweltbundesamt,
  2. Echter Hausschwamm: Erkennung, Lebensbedingungen, Meldepflicht (Stand 28. Februar 2019), Umweltbundesamt,
  3. Schimmel in der Wohnung: vorbeugen und handeln (Stand 6. Juli 2026), Verbraucherzentrale Niedersachsen,
  4. Schimmel in der Wohnung: wie vorbeugen und entfernen? (Stand 28. November 2025), Verbraucherzentrale Hamburg,
  5. Feuchter Keller: sofort reagieren (Pressemitteilung vom 2. Februar 2023), DEKRA,
  6. WTA-Merkblatt 4-6, Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile, Ausgabe 12.2024 (Kurzfassung), WTA International e.V.,
  7. Wetterlexikon: Taupunkt, Deutscher Wetterdienst,
  8. Zement-Merkblatt H 10, Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton (Ausgabe 5.2019), InformationsZentrum Beton GmbH,
  9. § 36 GModG, Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung, mit Anlage 7, Bundesministerium der Justiz,
  10. So verarbeitet man Sanierputze-WTA (bauhandwerk 09/2016), Bauverlag BV GmbH,

Einsatz von Sprachmodellen

Den Abruf der Websites und die Suche nach festen Mustern erledigt ein Programm ohne KI. Die Suchmuster sind mit KI-Unterstützung entstanden, und die Stichproben von je 20 Treffern haben wir ebenfalls KI-gestützt gegengelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten stammen unverändert aus OpenStreetMap; kein Modell erzeugt oder ergänzt sie. Der Aufbau des Verzeichnisses und die Seitentexte, auch dieser Hinweis, entstehen mit Unterstützung von KI-Systemen.

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Stand dieser Angaben: 20. September 2026.