KellersanierungListe
Taschenrechner und Notizen auf einem Schreibtisch bei einer Kostenberechnung, Symbolbild für Ursachen-Analyse für feuchte Wände und Kellersanierungs-Kalkulator

Werkzeug

Feuchte Kellerwand: Ursache und Menge

An einer Kellerwand gibt es fünf Gründe, aus denen sie nass wird, und zwei davon führen überhaupt nicht zu einer Abdichtung. Dieses Werkzeug ordnet das Schadensbild einer Ursache zu, nennt das Verfahren und die Wassereinwirkungsklasse dazu und rechnet aus Wandlänge, Wandstärke und Tiefe das Mengengerüst aus, mit dem sich ein Angebot nachprüfen lässt.

Feuchte Kellerwand: Ursache und Menge

Die Stelle an der Wand sagt mehr als die Menge Wasser

Ein waagerechtes Feuchteband am Wandfuß, ganzjährig gleich stark, mit weißen Kristallen am oberen Rand: dieses Schadensbild führt in der Prüfung darunter zu Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk. Steht die Feuchte dagegen oben in den Ecken und wird im Sommer stärker, kommt sie nicht aus dem Erdreich, sondern aus der Luft im Raum. Zwischen diesen beiden Fällen liegt der Unterschied zwischen einer Baumaßnahme und einer geänderten Lüftung.

Drei Fragen zum Schadensbild

Wo steht die Feuchte an der Wand?

Die Stelle trennt die Ursachen am schärfsten. Nehmen Sie die auffälligste Wand.

Wann ist die Wand am nassesten?

Wenn Sie es noch nicht über ein ganzes Jahr beobachtet haben, nehmen Sie den Eindruck der letzten Monate.

Was sehen Sie sonst noch? Mehrfachauswahl

Nichts davon zu wählen ist ebenfalls eine Antwort und lässt das Ergebnis allein aus Ort und Zeitpunkt entstehen.

Das Schadensbild passt am ehesten zu

Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk

Eine nachträgliche Querschnittsabdichtung unterbricht den kapillaren Weg. Ohne sie kommt das Wasser nach jeder Trocknung wieder.

Was es davon unterscheidet
Die Grenze nach oben ist scharf und läuft waagerecht durch, unabhängig davon, wie hoch das Erdreich außen steht. Genau das unterscheidet sie von seitlich eindringender Feuchte.
Die Messung, die es entscheidet
Bohrkerne aus dem Mauerwerk, Wassergehalt im Labor nach der Darr-Methode, daraus der Durchfeuchtungsgrad. Ein Oberflächenmessgerät reicht dafür nicht, es misst die Leitfähigkeit und damit auch die Salze.
Verfahren, die dann in Frage kommen
Horizontalsperre durch Injektion, Horizontalsperre mechanisch
Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533
W4-E

Das hier ist eine Zuordnung nach dem Aussehen, keine Diagnose. Welche Ursache wirklich vorliegt, klärt erst eine Messung am Bau, und bei der Injektion entscheidet sie zugleich darüber, ob das Verfahren überhaupt zugelassen ist.

Fünf Ursachen, fünf Schadensbilder

Mehr Möglichkeiten gibt es an einer erdberührten Kellerwand nicht, und zwei davon führen überhaupt nicht zu einer Abdichtung.

  • Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk

    Ein waagerechtes Feuchteband am Wandfuß, nach oben deutlich begrenzt. Der Putz sandet, blättert oder platzt ab, oben am Rand des Bandes sitzen weiße Kristalle.

    Abgrenzung: Die Grenze nach oben ist scharf und läuft waagerecht durch, unabhängig davon, wie hoch das Erdreich außen steht. Genau das unterscheidet sie von seitlich eindringender Feuchte.

    Messung: Bohrkerne aus dem Mauerwerk, Wassergehalt im Labor nach der Darr-Methode, daraus der Durchfeuchtungsgrad. Ein Oberflächenmessgerät reicht dafür nicht, es misst die Leitfähigkeit und damit auch die Salze.

    Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533: W4-E.

  • Seitlich eindringende Bodenfeuchte

    Die Feuchte steht flächig auf dem Teil der Wand, der außen im Erdreich steckt. Nach oben endet sie ungefähr dort, wo außen das Gelände liegt.

    Abgrenzung: Sie folgt der Höhe des Erdreichs, nicht einer Lagerfuge. Nach starkem Regen wird sie deutlicher, nach einer trockenen Woche blasser.

    Messung: Schürfe an der Außenwand, Sichtprüfung der vorhandenen Abdichtung und der Dränung, dazu eine Bodenansprache. Erst sie sagt, ob W1.1-E oder W1.2-E gilt.

    Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533: W1.1-E oder W1.2-E.

  • Drückendes Wasser von außen

    Wasser tritt an Fugen, Rissen oder Rohrdurchführungen ein und sammelt sich auf dem Boden. Nach Starkregen oder bei hohem Grundwasserstand wird es schlagartig mehr.

    Abgrenzung: Es läuft, es steht, und es kommt an einzelnen Stellen heraus statt gleichmäßig durch die Fläche. Aufsteigende Feuchte tut das nie.

    Messung: Bemessungswasserstand aus einem Bodengutachten, Pegelbeobachtung über die Jahreszeit. Erst daraus folgt die Eintauchtiefe und damit W2.1-E oder W2.2-E.

    Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533: W2.1-E bis 3 m Eintauchtiefe, darüber W2.2-E.

  • Tauwasser aus der Raumluft

    Feuchte oben an der Wand, in Ecken und hinter Schränken, dazu Beschlag auf kalten Flächen. Der Putz darunter ist fest, Salzkristalle fehlen.

    Abgrenzung: Sie ist im Sommer am stärksten, nicht im Winter, und sie sitzt oben statt unten. Warme Außenluft trifft auf eine kalte Wand und gibt ihr Wasser ab.

    Messung: Oberflächentemperatur der Wand messen und mit dem Taupunkt der Außenluft vergleichen. Liegt der Taupunkt über der Wandtemperatur, kondensiert die Luft an der Wand.

    Kein Fall der DIN 18533: die Norm regelt die Abdichtung gegen Wasser von außen.

  • Wasser aus einer Leitung

    Ein eng begrenzter nasser Fleck, der unabhängig vom Wetter nass bleibt und seit einem bestimmten Tag da ist. Oft nahe einer Rohrdurchführung oder unter einem Steigstrang.

    Abgrenzung: Der Beginn ist datierbar, die Fläche wächst langsam von einer Stelle aus, und die Wand daneben bleibt trocken.

    Messung: Wasserzähler bei geschlossenen Entnahmestellen beobachten, danach Leckortung. Erst wenn die Leitung dicht ist, hat eine Trocknung Sinn.

    Kein Fall der DIN 18533: die Norm regelt die Abdichtung gegen Wasser von außen.

Wann Schimmel ein eigener Fall wird

Unter 20 Quadratzentimetern je Raumbereich gilt ein Befall als geringfügig, über 0,5 Quadratmetern als groß. Dazwischen liegt der mittlere Fall.

Die Grenzen gelten je Raumbereich und nicht je zusammenhängender Fläche. Sie sagen nichts über die Ursache aus, sondern nur darüber, ab wann die Sanierung des Befalls selbst fachlich begleitet gehört. Die feuchte Wand darunter bleibt in jedem Fall der eigentliche Auftrag.

Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, Ausgabe 2024, abgerufen am 2026-09-14

20 m Wand ergeben 166 Bohrlöcher

Gerechnet an 20 m Kellerwand in 36 cm Stärke, dem üblichen Umfang eines Einfamilienhauses: bei 12 cm Bohrlochabstand sind das 8,3 Löcher je Meter, zusammen 166 Bohrlöcher. Dazu 7 l Injektionsstoff, also 13 Gebinde mit je 550 ml. Diese Menge steht in jedem tragfähigen Angebot, und sie lässt sich mit einem Zollstock nachrechnen. Der Preis je Meter lässt sich so nicht prüfen, deshalb steht hier auch keiner.

Verfahren, Maße und den Preis aus Ihrem Angebot eintragen

In eine Reihe Bohrlöcher wird ein Injektionsstoff eingebracht, der die Kapillaren im Mauerwerk wasserabweisend macht.

Die Summe aller Wände, die behandelt werden sollen, nicht die Grundfläche.

Nur die Stärken, für die der Hersteller einen Verbrauch veröffentlicht. Zwischenwerte schätzt dieses Werkzeug nicht.

Leer lassen, wenn noch kein Angebot vorliegt. Dieses Werkzeug setzt von sich aus keinen Preis ein.

Wandlänge
20 m
Bohrlöcher
166 Stück
Injektionsstoff
7 l
Kartusche mit 550 ml
13 Stück
Ohne Einheitspreis bleibt es beim Mengengerüst. Einen eigenen Preis bringt dieses Werkzeug nicht mit, und das ist Absicht.

Die Mengen gelten für das Bohrbild von Remmers Kiesol C+. Ein anderer zertifizierter Injektionsstoff kann einen anderen Abstand verlangen, und dann ändert sich der Verbrauch mit.

Wie viel Injektionsstoff eine Wand aufnimmt

Herstellerangaben zu Remmers Kiesol C+, Bohrung waagerecht mit 12 mm Durchmesser im Abstand von 12 cm. Ein Sicherheitszuschlag von 10 Prozent ist in den Werten enthalten.

Verbrauch an Injektionsstoff je laufendem Meter nach Wandstärke
WandstärkeJe MeterAuf 20 m
10 cm80 ml1,6 l
11,5 cm100 ml2 l
24 cm230 ml4,6 l
36 cm350 ml7 l
42 cm415 ml8,3 l

Das Verfahren ist drucklos bis zu einem Durchfeuchtungsgrad von 95 Prozent zugelassen. Dieser Grad wird am Bohrkern im Labor bestimmt, nicht mit einem Messgerät an der Oberfläche. Wer ein Angebot über eine Injektion bekommt, ohne dass zuvor Bohrkerne entnommen wurden, hat ein Angebot ohne Grundlage.

Remmers, Produktseite Kiesol C+, technische Daten und Verbrauchstabelle, abgerufen am 2026-09-14

Was die Wand aushalten muss, nach DIN 18533

Die Klasse entscheidet über den Abdichtungsstoff und über die Schichtdicke. Sie ergibt sich aus Boden und Wasserstand, nicht aus dem Schadensbild im Keller, und deshalb steht am Anfang jeder Außenabdichtung eine Bodenansprache.

Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533-1 mit Mindesttrockenschichtdicke
KlasseDicke
W1.1-EBodenfeuchte und nicht drückendes WasserStark durchlässiger Boden, das Wasser sickert frei ab. Zwischen Bauwerksunterkante und Bemessungswasserstand liegen mindestens 0,5 m.3 mmohne Einlage
W1.2-EBodenfeuchte bei gering durchlässigem Boden mit DränungGering durchlässiger Boden, dazu eine funktionsfähige Dränung nach DIN 4095, die aufstauendes Wasser sicher ableitet.3 mmohne Einlage
W2.1-EMäßige Einwirkung von drückendem WasserDrückendes Wasser mit einer Eintauchtiefe bis 3 m.4 mmmit Einlage
W2.2-EHohe Einwirkung von drückendem WasserDrückendes Wasser mit einer Eintauchtiefe über 3 m.4 mmmit Einlage
W4-ESpritzwasser, Sockel und Abdichtung in und unter WändenDer Bereich von 20 cm unter bis 30 cm über Gelände, dazu kapillar aufsteigendes Wasser im Mauerwerk.3 mmohne Einlage

Die Dicken gelten für kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung. Ab W2.2-E, also über 3 m Eintauchtiefe, ist die Dickbeschichtung in aller Regel nicht mehr der geplante Abdichtungsstoff. Die Schichtdicke in dieser Zeile ist deshalb kein Planungswert, sondern die Untergrenze aus der Nachbarklasse.

Warum der Aushub der größere Posten ist

Zwischen Wand und Böschungsfuß müssen nach DIN 4124 mindestens 0,5 m Arbeitsraum bleiben, bei einem Verbau 0,6 m. Ab 1,8 m Tiefe ist ohne Böschung ein Verbau vorgeschrieben. Das ist Arbeitsschutz und keine Frage des Aufwands: unter dieser Breite darf in der Grube niemand arbeiten.

  • nicht bindige und weiche bindige Böden: bis 45 Grad ohne rechnerischen Nachweis
  • steife und halbfeste bindige Böden: bis 60 Grad ohne rechnerischen Nachweis
  • Fels: bis 80 Grad ohne rechnerischen Nachweis

Der Rechner oben zeigt nur den Streifen des Arbeitsraums. Was die Böschung zusätzlich kostet, hängt am Winkel und damit an der Bodenart, und die steht in keinem Wert, den dieses Werkzeug kennt.

DIN 4124, Baugruben und Gräben, Arbeitsraumbreiten und Böschungswinkel, abgerufen am 2026-09-14

Was die beiden anderen Verfahren voraussetzen

Die mechanische Horizontalsperre braucht eine durchgehende waagerechte Lagerfuge. Fehlt sie, scheidet das Verfahren aus, unabhängig vom Preis. Gesägt wird in Abschnitten von höchstens 1 m, damit die Wand während der Arbeit tragfähig bleibt. Die Sperrplatten werden überlappend eingebaut, sonst bleibt an jeder Stoßfuge ein kapillarer Weg offen.

Der Sanierputz der Innenabdichtung ist nach WTA-Merkblatt 2-9, Sanierputzsysteme einlagig mindestens 20 mm dick. Auf 15 mm darf die Mindestschichtdicke nur, wenn zuvor ein Grundputz-WTA dicker als 10 mm über der höchsten Erhebung aufgetragen wurde. Wie viel Material das in Kilogramm ist, steht hier nicht: der Wert hängt an der Trockenrohdichte des ausgeschriebenen Produkts und gehört aus dessen technischem Merkblatt genommen.

Fachbeschreibung Mauersägeverfahren und Chromstahlblech-Rammverfahren, abgerufen am 2026-09-14

Hier steht absichtlich kein Preis

Ein Einheitspreis steht hier nicht. Die im Netz auffindbaren Beträge für dieselbe Leistung stammen von Anbieter- und Vermittlungsseiten, nennen keine Erhebungsmethode und weichen um mehr als das Dreifache voneinander ab. Eine solche Zahl als Marktwert auszugeben wäre eine Behauptung. Tragen Sie stattdessen den Einheitspreis aus Ihrem Angebot ein: die Menge daneben ist gerechnet, nicht geschätzt.

Solange keine Erhebung mit nachvollziehbarer Methode vorliegt, bleibt dieses Feld leer. Kommt eine, wird sie hier mit ihrer Fundstelle eingesetzt, und der Rechner bringt seinen eigenen Vorschlagswert mit.

Woher die Angaben stammen

  • DIN 18533, Abdichtung von erdberührten Bauteilen: Wassereinwirkungsklassen aus Teil 1, Mindesttrockenschichtdicken aus Teil 3. Die Norm ist kostenpflichtig, die Werte hier stammen aus einem Fachbeitrag der MC-Bauchemie dazu, abgerufen am 2026-09-14.
  • DIN 4124, Baugruben und Gräben: Arbeitsraumbreiten von 0,50 m geböscht und 0,60 m verbaut, Böschungswinkel nach Bodenart, Verbaupflicht ab 1,75 m Tiefe, wiedergegeben in einer arbeitsschutzrechtlichen Zusammenfassung, abgerufen am 2026-09-14.
  • WTA-Merkblatt 4-10, Injektionsverfahren gegen kapillaren Feuchtetransport: Zertifizierung der Injektionsstoffe und die zugelassenen Stoffgruppen laut WTA GmbH, abgerufen am 2026-09-14.
  • WTA-Merkblatt 2-9, Sanierputzsysteme: Mindestschichtdicke 20 mm einlagig und 15 mm mehrlagig bei Grundputz-WTA über 10 mm, wiedergegeben in bauhandwerk 09/2016, abgerufen am 2026-09-14.
  • Remmers, Produktseite Kiesol C+: Bohrlochdurchmesser 12 mm, Bohrlochabstand 12 cm mit 8,3 Löchern je Meter, waagerechte Bohrung, Anwendungsbereich drucklos bis Durchfeuchtungsgrad 95 Prozent, Verbrauchstabelle nach Wandstärke, abgerufen am 2026-09-14.
  • Deutscher Wetterdienst, Wetterlexikon: Magnus-Formel für den Sättigungsdampfdruck und die daraus abgeleitete Taupunktgleichung, Einträge Taupunkt und Dampfdruck, abgerufen am 2026-09-14.
  • Umweltbundesamt, Schimmelleitfaden 2024: Bewertung eines Befalls nach Fläche je Raumbereich, geringfügig unter 20 Quadratzentimetern, groß über 0,5 Quadratmetern, abgerufen am 2026-09-14.

Was dieses Werkzeug macht

  • Die Zuordnung von Schadensbild zu Ursache ist eine Einordnung nach dem Aussehen, keine Diagnose. Welche Ursache wirklich vorliegt, klärt eine Messung am Bau.
  • Bohrlochabstand und Verbrauch stammen aus der Verbrauchstabelle eines WTA-zertifizierten Injektionsstoffs, Schichtdicken aus DIN 18533, Arbeitsraum und Böschung aus DIN 4124, die Schichtdicke des Sanierputzes aus WTA-Merkblatt 2-9.
  • Einen Einheitspreis bringt dieses Werkzeug nicht mit. Die auffindbaren Beträge stammen von Anbieterseiten und weichen um mehr als das Dreifache voneinander ab. Gerechnet wird mit dem Preis aus dem eigenen Angebot.
  • Der Ausgangszustand zeigt bereits ein Ergebnis, er verlangt keinen Klick.