KellersanierungListe
Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Wörterbuchseite, Symbolbild für das Glossar der Fachbegriffe rund um Kellersanierung

Glossar

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die rund um Kellersanierung, Kellerabdichtung & Bautenschutz immer wieder auftauchen. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in ein bis zwei Sätzen und nennt danach, worauf sie sich stützt.

27 Begriffe

Kellerabdichtung

Kellerabdichtung bezeichnet alle Bauverfahren, die erdberührte Kellerwände und Bodenplatten gegen eindringende Feuchtigkeit und Wasser schützen. Die Norm DIN 18533 unterscheidet vier Wasserbeanspruchungsklassen von Bodenfeuchte bis drückendem Wasser. Je nach Klasse kommen Bitumendickbeschichtung, mineralische Dichtungsschlämme, Bahnenabdichtung oder wasserundurchlässiger Beton zum Einsatz. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Wasserdruck, Bauteil und Nutzung des Kellers ab.

Begriff ansehen

Kellersanierung

Kellersanierung ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen, die einen feuchten oder geschädigten Keller wieder nutzbar machen, von der Ursachenanalyse über Abdichtung und Horizontalsperre bis zur Bautrocknung. Die Bandbreite reicht von einzelnen Reparaturen bis zur vollständigen Neuabdichtung. Die Kosten hängen stark vom gewählten Verfahren und dem Zustand des Mauerwerks ab.

Begriff ansehen

Horizontalsperre

Eine Horizontalsperre unterbricht den kapillaren Feuchtetransport im Mauerwerk und verhindert, dass Wasser aus dem Erdreich in aufsteigenden Wänden hochsteigt. Nachträglich lässt sie sich mechanisch, etwa im Sägeverfahren, oder chemisch per Injektion einbauen. Die Kosten reichen laut mehreren Anbietern von rund 80 bis über 900 Euro pro laufendem Meter, abhängig vom Verfahren und der Mauerwerksdicke.

Begriff ansehen

Injektionsverfahren

Das Injektionsverfahren bringt ein flüssiges Mittel, etwa Silan-Siloxan-Emulsion oder Acrylatgel, über Bohrlöcher in das Mauerwerk ein, um eine neue Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu schaffen. Nach der Analyse des Schadensbildes werden Bohrlöcher gesetzt, das Mittel eingebracht und die Löcher wieder verschlossen. Anbieter nennen Kosten zwischen rund 80 und 290 Euro pro laufendem Meter, je nach Wanddicke.

Begriff ansehen

Sägeverfahren

Beim Sägeverfahren wird das Mauerwerk abschnittsweise mit einer Ketten- oder Diamantseilsäge horizontal durchtrennt, um eine Platte aus Edelstahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff als Horizontalsperre einzuschieben. Das Verfahren gilt als mechanisch zuverlässig und sofort überprüfbar. Es ist aber aufwendiger und teurer als eine Injektion und kommt vor allem bei dickem oder gemischtem Mauerwerk zum Einsatz.

Begriff ansehen

Innenabdichtung

Innenabdichtung dichtet einen feuchten Keller von der Raumseite aus ab, wenn die Außenwand nicht freigelegt werden kann, etwa bei direkt angebauten Nachbargebäuden. Beschichtungen aus mineralischer Dichtungsschlämme oder Sanierputz halten das Wasser im Mauerwerk zurück, statt es am Eindringen zu hindern. Anbieter nennen Kosten zwischen rund 80 und 200 Euro pro Quadratmeter.

Begriff ansehen

Außenabdichtung

Außenabdichtung, auch Vertikalabdichtung genannt, dichtet die Kellerwand von der Erdseite aus ab, meist mit Bitumendickbeschichtung oder mineralischer Dichtungsschlämme. Dafür muss die Wand freigelegt werden, was Erdaushub und damit höhere Kosten bedeutet. Anbieter nennen einen Richtwert von 440 bis 620 Euro pro Quadratmeter Wandfläche für Freilegen, Abdichten und Verfüllen zusammen.

Begriff ansehen

Weiße Wanne

Eine Weiße Wanne ist eine Kellerkonstruktion aus wasserundurchlässigem Beton, kurz WU-Beton, bei der der Beton selbst die Abdichtung übernimmt und zusätzlich trägt. Zusätzliche Dichtungsschichten entfallen, dafür müssen Arbeits- und Dehnfugen sorgfältig mit Fugenblechen abgedichtet werden. Die Bauweise folgt der DAfStb-WU-Richtlinie in Verbindung mit DIN EN 1992-1-1.

Begriff ansehen

Schwarze Wanne

Die Schwarze Wanne ist die klassische Abdichtung eines Kellers mit bahnenförmigen oder flüssig aufgetragenen Bitumenprodukten rund um die erdberührten Bauteile. Anders als die Weiße Wanne trägt die Konstruktion die Abdichtung nicht im Baustoff selbst, sondern als zusätzliche Schicht auf der Wand. Der Name kommt von der dunklen Farbe des Bitumens.

Begriff ansehen

Sanierputz

Sanierputz nach WTA-Richtlinie ist ein poriger, wasserabweisender Putz für feuchtes und salzbelastetes Mauerwerk. Er verhindert nicht das Eindringen von Feuchtigkeit, sondern lässt sie im hohen Porenvolumen des Putzes verdunsten, bevor sie die Oberfläche erreicht. Gelöste Salze kristallisieren dabei geschützt im Putz aus, statt die Oberfläche zu sprengen oder als Ausblühung sichtbar zu werden.

Begriff ansehen

Dränage

Eine Dränage, auch Drainage geschrieben, leitet Sickerwasser über perforierte Kunststoffrohre und eine umgebende Kiesschicht vom Gebäude weg, bevor es sich am Fundament staut. Die gebräuchlichste Bauform ist die Ringdrainage, die als geschlossener Ring auf Höhe der Bodenplatte um das gesamte Fundament verläuft. Ein Vlies um die Rohre schützt sie vor Verstopfung durch Erde.

Begriff ansehen

Drückendes Wasser

Drückendes Wasser ist Grundwasser oder aufgestautes Sickerwasser, das mit hydrostatischem Druck gegen ein erdberührtes Bauteil wirkt. Die Norm DIN 18533 führt es als Wasserbeanspruchungsklasse W2-E, unterteilt nach Eintauchtiefe bis oder über drei Meter. Gegen drückendes Wasser braucht es eine durchgehende, druckwasserdichte Abdichtung, etwa eine Weiße Wanne oder eine mehrlagige Bitumendickbeschichtung mit Einlage.

Begriff ansehen

Bodenfeuchte

Bodenfeuchte ist die Feuchtigkeit im Erdreich, die ohne aufgestauten Wasserdruck an ein Bauteil herantritt, etwa durch Kapillarwirkung im umgebenden Boden. DIN 18533 führt sie zusammen mit nicht drückendem Wasser als Wasserbeanspruchungsklasse W1-E, die niedrigste der vier Klassen. Für sie genügen dünnere Abdichtungen wie mineralische Dichtungsschlämme, während drückendes Wasser eine durchgehende Hülle verlangt.

Begriff ansehen

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn Wasser durch das feine Porensystem eines Baustoffs entgegen der Schwerkraft nach oben wandert. Ursache ist fast immer eine fehlende oder defekte Horizontalsperre, häufig bei Gebäuden vor den 1960er Jahren mit Streifenfundament ohne durchgehende Abdichtung. Sichtbar wird sie durch Ausblühungen und Putzabplatzungen in einer Verdunstungszone bis etwa 80 Zentimeter über dem Erdreich.

Begriff ansehen

DIN 18533

DIN 18533, Abdichtung von erdberührten Bauteilen, regelt Planung und Ausführung von Bauwerksabdichtungen mit bahnenförmigen und flüssig zu verarbeitenden Stoffen. Sie unterscheidet vier Wasserbeanspruchungsklassen von W1-E, Bodenfeuchte, bis W4-E, Spritz- und Sickerwasser im Sockelbereich. Die aktuell gültige Fassung der Norm stammt aus Juni 2026 und führt die neue Stoffklasse der flexiblen polymermodifizierten Dickbeschichtung ein.

Begriff ansehen

Bautenschutz

Bautenschutz umfasst alle Maßnahmen, die ein Gebäude vor schädigenden äußeren Einflüssen bewahren, allen voran Feuchtigkeit, aber auch Schädlinge und holzzerstörende Pilze. Kellerabdichtung, Horizontalsperren und Schimmelsanierung zählen ebenso dazu wie Holzschutz gegen Hausschwamm. Der Deutsche Holz- und Bautenschutzverband führt eine öffentliche Datenbank zertifizierter Fachbetriebe und Sachverständiger für diesen Bereich.

Begriff ansehen

Elektroosmose

Elektroosmose, auch elektrophysikalische Mauertrockenlegung genannt, soll aufsteigende Feuchtigkeit über ein schwaches elektrisches Feld im Mauerwerk umkehren. Die Wirksamkeit ist in der Fachwelt umstritten: Nach überwiegender wissenschaftlicher Lehrmeinung zeigt das Verfahren bei historisch gewachsenem Mauerwerk in den meisten Fällen keine dauerhafte, messbare Trocknung. Einzelne Langzeituntersuchungen berichten dagegen von deutlichen Erfolgen.

Begriff ansehen

Bitumendickbeschichtung

Bitumendickbeschichtung, kurz KMB und mittlerweile auch PMBC genannt, ist eine mehrlagig aufgetragene Beschichtung aus polymermodifiziertem Bitumen zur Außenabdichtung erdberührter Bauteile. Sie ist in DIN 18533 als Regelabdichtung für Wände gegen Bodenfeuchte bis hin zu aufgestautem Sickerwasser beschrieben. Bei aufgestautem Sickerwasser schreibt die Norm zwei Lagen mit vier Millimetern Trockenschichtdicke und eingearbeitetem Armierungsgewebe vor.

Begriff ansehen

Mineralische Dichtungsschlämme

Mineralische Dichtungsschlämme, kurz MDS, ist eine zementbasierte Beschichtung, die nach dem Anrühren mit Wasser wasserabweisend, aber gleichzeitig dampfdurchlässig wirkt. Sie eignet sich für Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser der Klasse W1-E und wird außerhalb der DIN 18533 auch bei höheren Klassen eingesetzt. Die maximale Schichtdicke von fünf Millimetern darf nicht überschritten werden.

Begriff ansehen

Perimeterdämmung

Perimeterdämmung ist die Wärmedämmung erdberührter Bauteile von außen, meist der Kelleraußenwand oder der Bodenplatte. Anders als eine Innendämmung nimmt sie im Keller keinen Platz weg und verschiebt den Taupunkt aus der Wand heraus, was das Schimmelrisiko senkt. Verwendet werden vor allem druckfeste, wasserunempfindliche Dämmstoffe wie extrudiertes Polystyrol, kurz XPS.

Begriff ansehen

Hausschwamm

Der Echte Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz und gilt als der gefährlichste Gebäudezerstörer in Mitteleuropa. Er braucht eine Holzfeuchte von 35 bis 60 Prozent und Temperaturen von 18 bis 22 Grad, wächst aber schon ab etwa 25 Prozent Holzfeuchte. Sein Geflecht kann Wasser über größere Strecken transportieren und dadurch selbst trockenere Bauteile befallen.

Begriff ansehen

Arbeitsfuge

Eine Arbeitsfuge entsteht dort, wo zwei Betonierabschnitte eines Bauteils aneinandertreffen, etwa zwischen Bodenplatte und aufgehender Kellerwand. Weil frischer Beton nicht dicht mit dem bereits erhärteten Beton verwächst, ist die Arbeitsfuge eine der häufigsten Schwachstellen einer Kellerabdichtung. Fugenbleche aus beschichtetem Stahlblech, vollständig in den Beton eingebettet, dichten sie nach dem Einbettungsprinzip ab.

Begriff ansehen

Noppenbahn

Eine Noppenbahn ist eine Kunststoffbahn mit halbkugelförmigen Noppen, die zwischen Kellerwand und Erdreich verlegt wird, um die darunterliegende Abdichtung vor mechanischer Beschädigung beim Verfüllen zu schützen. Sie leitet selbst kaum Wasser ab, sondern belüftet die Wand rückseitig. Für größere Wassermengen kommt stattdessen eine Drainmatte mit höherer Ableitleistung zum Einsatz.

Begriff ansehen

Bautrocknung

Bautrocknung entzieht durchfeuchteten Bauteilen nach einem Wasserschaden gezielt die Feuchtigkeit, etwa mit Kondens- oder Adsorptionstrocknern für Räume und Infrarot-Heizplatten für Wände. Bei stärker verunreinigtem oder länger zurückliegendem Schaden ist ein Unterdruckverfahren vorgeschrieben. Je nach betroffenem Bauteil unterscheidet man Raumtrocknung, Dämmschichttrocknung und Estrichtrocknung.

Begriff ansehen

Schimmelsanierung

Schimmelsanierung entfernt Schimmelbefall fachgerecht und beseitigt zugleich seine bauliche oder klimatische Ursache, meist dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit an kalten Bauteiloberflächen. Ohne Ursachenbeseitigung kehrt der Befall nach einer reinen Oberflächenreinigung zuverlässig zurück. Bei größeren Flächen oder wiederkehrendem Befall empfehlen Verbraucherzentralen die Einschaltung eines Bausachverständigen.

Begriff ansehen

Ausblühungen

Ausblühungen sind weißliche Salzkristalle, die sichtbar werden, wenn mit Feuchtigkeit transportierte Salze an der Oberfläche von Putz oder Mauerwerk auskristallisieren. Sie sind ein Warnzeichen für kapillar aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit, nicht die Ursache selbst. Bleiben sie unbehandelt, sprengt der Kristallisationsdruck mit der Zeit den Putz von innen.

Begriff ansehen

Mauerwerkstrockenlegung

Mauerwerkstrockenlegung ist der Sammelbegriff für Verfahren, die feuchtes Mauerwerk dauerhaft trocknen, indem sie die Ursache der Feuchtigkeit unterbrechen. Dazu zählen mechanische und chemische Horizontalsperren ebenso wie die umstrittene Elektroosmose. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der Ursache ab: gegen aufsteigende Feuchtigkeit wirkt eine Horizontalsperre, gegen seitlich eindringendes Wasser nur eine Abdichtung.

Begriff ansehen